Für wen war dieser kleine Gegenstand wohl bestimmt? Er hat unzählige Geschichten zu erzählen!
Diese elegante Mini-Nähmaschine könnte aus einem Nähatelier stammen. Etwas stimmt aber nicht ganz! Solche Spielzeuge – für kleine Hände und grosse Kinderträume bestimmt – hätten allen Kindern gefallen können. Tatsächlich waren sie hauptsächlich für Mädchen gedacht.
Die Spielzeugindustrie entwickelte sich ab den 1860er-Jahren stark. Kleine Mädchen wurden ermutigt, Nähen zu lernen – eine wichtige Fähigkeit für jede junge Frau. Die Fabrikanten verstanden das schnell und entwarfen Nähmaschinen speziell für Kinder: die «Cousettes». Sie waren leicht, tragbar und mit einem einzigen Faden, imitierten aber die Gesten der Erwachsenen… Ein Mädchen, welches das Nähen auf einem Spielzeug einer bestimmten Marke gelernt hatte, kaufte später mit grosser Wahrscheinlichkeit die gleiche. So band man die jungen Näherinnen schon früh an sich…
Nähen lernen gehört zu den Nachahmungsspielen. Während die Grossen an der richtigen Maschine arbeiteten, beschäftigen sich die Kleinen mit ihrer eigenen. Diese Mini-Versionen mit falschen Nadeln oder ungefährlichen Spitzen ermöglichen es, die Handgriffe und die Freude am Zusammenfügen von Stoffen zu lernen, ohne sich zu verletzen. Die kleinen Maschinen aus bemaltem Metall oder farbigem Plastik sind nicht nur Spielzeuge, sondern auch wahre Blüten des Erfindungsgeists!
Adresse und Kontakt
Ludothèque
Rue des Granges 8 I 2800 Delémont
+41 (0)32 421 97 60
Webseite
www.delemont.ch/fr/Tourisme-culture-et-loisirs/Culture/Ludotheque/Ludotheque.html
